15.01.10 "Kontraste" im Ersten - Spart die Bahn auf Kosten der Sicherheit?

Gestern abend berichtete das ARD-Magazin Kontraste über die Folgen der mangeldenen Wartug von ICE-Zügen. Unter anderem wird behauptet, „dass einige ICE-Züge teils mit defekten und deshalb ausgeschalteten Bremsen über die Schienen rollten“. Mehrere Fälle werden detailiert dargelegt. An einem ICE soll wegen einem Riss in einer Bremsscheibe die Bremsanlage an einem Waggon ausgeschaltet worden sein.
Es wird ein Lokführer interviewt:
„Es ist speziell in den letzten Monaten, in denen sich die Situation zusehens verschärft, der absolute Ausnahmefall, wenn ich einen Zug übernehme, der wirklich komplett störungsfrei ist. Das ist die absolute Ausnahme. In der Regel haben die Züge Mängel.“ (…) „Nicht auszudenken, wenn bei Hochgeschwindigkeit eine solche Bremsscheibe, die ja physischen Belastungen ausgeliefert bleibt, vielleicht komplett reißt oder bricht. Ich möchte dieses Teil nicht verlieren. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Zug aus der Spur gehebelt wird und entgleist.“
Krass. Die Bahn weist (natürlich!) alle Vorwürfe pauschal zurück. Wie immer.
Kontraste: Spart die Bahn spart beim ICE auf Kosten der Sicherheit?


Ich bin der Letzte, der die Bahn in Schutz nimmt … aber ist es nicht auch so, das entsprechend Bremsleistung geminderte Züge dann auch nur eine geringere Geschwindigkeit fahren – dürfen? Gewiss keine wirkliche Entschuldigung für mangelnde Wartung, aber immerhin riskiert die Bahn nicht wirklich Leben, indem sie die Züge, wie dargestellt, ohne Bremsen dahingleiten lässt.
Die Bahn ist zur Zeit eine einzige Problemzone. Ob Nah- oder Fernverkehr – es ist mehr als nur der Wurm drin.
Naja, wenn man die Bahn um jeden Preis auf Eigenkapitalretabilität trimmt, geht das irgendwann nach hinten los. Da wird schon seit Jahren an der falschen Stelle gespart (z.B. Personal, Wartungseinrichtungen, Infrastruktur) und Besserung ist nicht in Sicht.