24.05.11 Brandanschlag legt Berliner Nahverkehr lahm

Von Stephan  |  Außerplanmäßig

Gestern morgen zum Wochenbeginn hat ein Kabelbrand große Teile des S-Bahn-Netzes im Osten Berlins und auch den Betrieb der Regionalbahnen stark beeinträchtigt. Ich selbst hatte Glück und habe gegen 8.00 Uhr eine der ersten S-Bahnen erwischt, die wieder einigermaßen stabil den Betrieb aufgenommen hat, soweit dies möglich war. Bis zum Mittag kam es auf fast allen Linien zu Verspätungen, und rund um den Bahnhof Ostkreuz war gar kein Betrieb möglich. Erst gegen Abend konnte dort ein regelmäßiger Pendelbetrieb angeboten werden.

Auch am heutigen Dienstag, und vermutlich noch in den kommen Tagen, bestehen weiterhin Einschränkungen rund um den Bahnhof Ostkreuz. Betroffen sind die Linien S3, S5, S7, S75 und S9. Informationen zur aktuellen Situation veröffentlich die S-Bahn Berlin GmbH auf ihrer Webseite.

Der Kabelbrand und die daraus resultierende Störung war das Ergebnis eines Anschlags durch linksautonome Gruppe, die sich zu der Tat bekannt hat. Sie fordert den Aussteig aus der Atomenergie und dem Waffenhandel.

Es sind bei dem Brand auch zahlreiche weitere Kommunikaitonsleitungen beschädigt worden, dies führte zum Ausfall einiger tausend Telefonanschlüsse und von Teilen des Vodafone-Mobilfunknetzes. Auch die Online-Reiseauskunft der Bahn und das Online-Buchungssystem waren am Montag vormittag nicht erreichbar.

RBB (Montag abend): Aktuelle Situation nach Kabelbrand

Für die Kunden war es eine sehr ärgerliche Situation am Montag morgen, denn auch die Anzeigetafeln und die Beschallungsanlage war an einigen Bahnhöfen rund um das Ostkreuz ausgefallen. Zwei Stellwerke (Ostkreuz und Treptower Park) waren nicht mehr voll betriebsfähig, daher wurden Pendelverkehre eingerichtet. Obwohl der Brandanschlag nur an einem einzigen Ort zu Beschädigungen geführt hat, hatte dies so weitreichende und langfristige Auswirkungen – ein Armutszeugnis für die S-Bahn Berlin, wie ich finde. Eine bedeutende Infrastruktur wie die S-Bahn muss doch für solche Fälle auf redundante Systeme und vorbereitete, funktionierende Notfallpläne zurückgreifen können. Und dies gilt auch für den Mutterkonzern Deutsche Bahn. Das Buchungssystem, sowohl im Internet als auch telefonisch, war stundenlang nicht erreichbar.

Letzte Änderung am 24.05.2011 um 18:40, Kategorien:  

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