11.07.09 Das Chaos bei der Berliner S-Bahn hält an
Wer zur Zeit in Berlin mit der S-Bahn fahren will, braucht viel Geduld und darf sich vor Enge und Menschenansammlungen nicht scheuen. Da aufgrund nicht eingehaltener Wartungsintervalle zahlreiche Züge vom Eisenbahnbundesamt (EBA) stillgelegt wurden, fahren die meisten Linien nur im 20-Minuten-Takt, zwei Linien entfallen komplett. Außerdem bestehen die meisten Züge nur noch aus vier oder sechs Waggons anstelle von acht. Es wird eng.
Und das wird vorerst auch so bleiben. In Folge des regiden Sparkurses, den die Konzernmutter Deutsche Bahn der S-Bahn aufgedrückt hat, fehlen die Kapazitäten in den Werkstätten und beim Personal. Die Züge werden müssen warten. Zwar werden ab Montag zusätzliche Regionalexpress-Züge auf der Stadtbahn zwischen Berlin-Ostbahnhof und Potsdam eingerichtet, und auch erste personelle Konsequenzen in der Geschäftsführung wurden bereits gezpgen. Aber das Image kann die S-bahn dadruch nicht mehr retten, fürchte ich.
Zuletzt kam es im vergangenen Winter zu zahlreichen Verspätungen und Ausfällen wegen eingefrorener Technik. Auch damals wurde mangelnde Wartung, unzureichende Vorhaltung von Reservezügen und ursächlich der Sparplan zwecks Börsengang der DB AG kritisiert. Sehr lesenwert ist in diesem Zusammenhang auch das Interview der Berliner Morgenpost mit einem S-Bahn-Fahrer: Chaos-Tage im Nahverkehr – ein S-Bahner berichtet.
Was sind die Alternativen? Die Konkurrenz der Deutschen Bahn zahlt Billiglöhne, die Zuschüsse des Berliner Senats für den Nahverkehr werden Jahr für Jahr nicht mehr, und höhere Fahrpreise wollen die Kunden auch nicht zahlen. Mangelnde Wartung aber ist ein Sicherheitsrisiko. Aufgrund eines gebrochenen Rades war Anfang Mai eine S-Bahn entgleist, stundenlange Verzögerungen waren die Folge. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, da der Zug in der Nähe des Bahnhofs nur sehr langsam fuhr.
Berliner Zeitung: Skandal um Sicherheit bei der S-Bahn


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