16.07.10 Die Bahn hat nur zwei Probleme...
Erstes Problem: den Winter. Wir erinnern uns? Wochenlang fielen zahlreiche ICE aus, die dem Schneetreiben zum Jahreswechsel nicht gewachsen waren. Teilweise wurden Ersatzzüge eingesetzt, teilweise fuhren ICEs nur in halber Länge und mit doppelt so viel Gedränge um die letzten Stehplätze, teilweise fielen Züge komplett aus.
Zweites Problem: den Sommer. Die ICE-Züge haben keine öffnungsfähigen Fenster – vermutlich aus esthetischen, aerodynamischen und wirtschaftlichen Gründen. Das heißt, Frischluft für die Reisenden kann nur durch die Klimaanlage in den Innenraum gelangen. Und diese Klimaanlagen sind für Temparaturen über 32 Grad (also Außemtemparatur) nicht ausgelegt, gibt die Bahn zu. Sie schalten sich im Zweifelsfall einfach aus, dann staut sich die Hitze, letzte Woche wurde es bis zu 50 Grad heiß. Zahlreiche Passagiere kollabierten und mussten ärztlich versorgt werden, als der Zug nach rund einer Stunde fahrt stoppte. Was genau das Problem war, wo die Ursache liegt, das konnte oder wollte die Deutsche bahn bisher nicht sagen.
Als Entschädigung für betroffene Passagiere wurden, was auch sonst, Reisegutscheine ausgegeben. Ein Teufelskreis.
Auf Twitter verbreitete sich schon ein satirisches Plakatmotiv für die „BahnCard 50°plus – Preise, die Sie ins Schwitzen bringen“. Ohne Schwitzplatzgarantie. Auch wurde gemunkelt, man können den ICE in „Transpirapid“ umbenennen.
Jedenfalls hat die Bahn vielleicht noch ein drittes Problem: ihr Image. Aber das ist ja nichts neues. Und viel zu verlieren hat sie ja nicht mehr.



Es gibt ja auch noch den Herbst, wenn wieder nasse Blätter auf den Schienen liegen.
Im Kreativwettbewerb auf www.b2run.de (2. Foto) stellt die Bahn den neuen ICE vor ;).
Diese Idee war mir doch glatt 1 Stern wert.