29.08.08 Empörung: Preiserhöhung und Bedienzuschlag
Damit war ja zu rechnen: Zum Fahrplanwechsel im Dezember wird die Deutsche Bahn die Preise für Tickets um durchschnittlich 3,9 Prozent erhöhen. Außerdem wird für Fahrkartenverkäufe am Schalter ein so genannter „Bedienzuschlag“ eingeführt. Wer das Ticket am Automaten oder im Internet kauft, bezahlt diesen Zuschlag nicht.
Für mich bedeutet das: meine Stammstrecke Braunschweig-Flensburg wird zukünftig statt momentan € 34,- Euro ungefähr € 35,32 kosten, Bahn-mäßig gerundet also € 35,50. Zu Beginn meines Studiums vor genau 3 Jahren kostete die gleiche Strecke 30 Euro. Das beudeutet eine Steigerung von 16,6 Prozent. Frechheit! Besonders vor dem Hintergrund, dass die Bahn seit längerem steigende Gewinne verzeichnet, dem Unternehmen geht es nicht schlecht.
Bedienzuschlag bei Fahrkartenkauf am Schalter
Und der Hammer ist der „Bedienzuschlag“: Wer seine Fahrkarte am „ServicePoint“ kauft, ganz traditionell, der zahlt einen Aufpreis von € 2,50. Zwei Euro fünfzig! Bisher gab es diesen Zuschlag nur für bestimmte Sonderangebote, zum Beispiel das „DauerSpezial“ oder Freizeittickets. Jetzt wird er bei fast allen Fahrkarten fällig.
Das hätte man auch eleganter lösen können. Zum Beispiel: Preiserhöhung um 4,0 Prozent (oder 4,1 meinetwegen), aber dafür gibt es einen Rabatt von 2,50 Euro beim Kauf am Automaten oder im Internet. 4 Prozent klingt zwar nicht so schön wie 3,9% – aber „Rabatt“ klingt doch wohl deutlich besser als „Bedienzuschlag“. Ich finde, die Bahn bedient sich willkürlich am Geldbeutel Ihrer Fahrgäste.
Ein Zuschlag für die persönliche Bedienung – wo gibts sowas sonst? Ich hätte da noch ein paar Vorschläge: Kassierzuschlag im Supermarkt, Schlüssel-Leih-Zuschlag im Hotel, Vorhang-Öffnungs-Zuschlag im Theater…
Wenn man eine BahnCard kauft, bezahlt man übrigens keinen Bedienzuschlag. Die BahnCards werden allerdings auch teurer – um durchschnittlich 3,6 Prozent.
Links:
Pressemitteiliung der Bahn AG: Bahnpreise steigen zum Jahresende um durchschnittlich 3,9 Prozent
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