14.01.10 Kurz kommentiert (IV)
Neues Jahr, altes Leid: Die Berliner S-Bahnen fahren unregelmäßig und mit zu wenig und zu kurzen Zügen. Aufgrund unzureichender Wartung stehen seit etwa einem halben Jahr weniger als dreiviertel der benötigten Züge zur Verfügung, und eine Verbesserung ist noch nicht in Sicht.
Welt online: Berliner S-Bahn macht 250.000 Euro Miese pro Tag
Und die Geduld der Fahrgäste hat langsam ein Ende. Nachdem es am Dienstag vor dem Bahnhof Alexanderplatz zu einer Weichenstörung kam und die Fahrgäste in einer auf offener Strecke wartenden S-Bahn nur unzureichend informiert wurden, stiegen sie nach 40 Minuten aus und liefen zu Fuß zum Bahnhof. Klar, das war gefährlich, immerhin verlaufen neben den Gleisen die Stromschienen (mit 800 Volt Gleichspannung) und ein paar Meter weiter fahren Reginalzüge vorbei. Aber ich habe vollstes Verständnis.
Der Tagesspiegel: S-Bahn-Fahrgäste laufen über die Gleise
Gestern dann ein weiterer Zwischenfall:
Am Nachmittag gegen 16 Uhr musste ein Zug der Linie S 8 (Zeuthen-Hohen Neuendorf) gestoppt werden, weil plötzlich starker Rauch aufstieg.
Die Feuerwehr wurde alarmiert. Die etwa 50 Fahrgäste konnten den Zug (…) unverletzt verlassen.
Wegen des Störfalls musste die S-Bahn den Zugverkehr auf der eingleisigen Strecke zwischen Blankenburg und Schönfließ bis 17.30 Uhr unterbrechen. Laut einem Bahnsprecher hat es in Höhe eines Stromabnehmers am letzen der vier Wagen des Zuges stark gequalmt. Die Ursache dafür sei unklar. Der Zug gehört zur älteren Baureihe BR 480, die wegen einer überdurchschnittlich häufigen Zahl von Bränden auch „Toaster“ genannt wird. (Berliner Morgenpost)
Außerdem wird über weitere Entschädigungen der S-Bahn-Kunden und über eine europaweite Ausschreibung für einen Teil des Berliner S-Bahn-Netzes diskutiert. Die Deutsche Bahn als Mutterkonzern muss jedenfalls mit einem enormen Vertrauensverlust rechnen.


Hallo Stephan,
Das sollte auch schnell passieren, denn die bereits vorhandene Entschädigungsform (ab eine Stunde Verspätung) ist witzlos. Also zumindest bei uns in München. Diese Entschädigung würde so gut wie nie greifen. Im letzten Monat wo der Winter hart eingbrochen ist, und es chaotisch zuging wurde man „nur“ mit einer Verspätung von 40 Minuten bestraft. Bei S-Bahnen müsste es so sein wie bei den U-Bahnen in München. Entschädigungen schon ab 20 Minuten Verspätung.
Viele Grüße von der Front in München
Bert
___________________________________
MVV ist Scheisse! – Der Blog rund um den Münchener Verkehrsverbund
http://mvvistscheisse.wordpress.com
P.S.: Dein Blog ist einfach spize :D
Danke.
Nunja, dann würde die S-Bahn-Berlin ganz schön schnell pleite sein.