24.09.09 Überstundenabbau. Oder: Glück gehabt
Der 25.08.2009 schien für mich ein ganz normaler (Pendler-)Arbeitstag zu sein. Der morgendliche ICE 373 kam pünktlich in Frankfurt am Main an (inzwischen gilt für mich alles unter 10 Minuten nicht mehr als Verspätung), der Bürotag verlief entspannt und relativ ruhig und es gelang mir sogar, eine Stunde früher als geplant die „heiligen Hallen“ zu verlassen. Überstundenabbau (wenn er denn gelingt) ist schon was Feines. Mit wehenden Fahnen stürmte ich also aus der Arbeitstätte und ging frohen Mutes Richtung Hauptwache.
Der Plan war: mit der S-Bahn bis zum Hauptbahnhof zu fahren und mit etwas Glück den ICE 974 noch zu erwischen. Als ich jedoch gegen 16.30 h auf der C-Ebene auf meine S-Bahn wartete wurde es plötzlich ziemlich schnell neblig. Zunächst dachte ich an einen brennenden Mülleimer, mir wurde jedoch klar, dass dies nicht der Fall ist. Warum sonst sollten auf einmal die Sicherheitsbeamten der VGF wie ein geölter Blitz die Rolltreppen runterstolpern und panikartig in Richtung Tunnel stürmen.
Nachdem dann auch noch für eine Millisekunde der Feueralarm losging (ein Bekannter der Berufsfeuerwehr Frankfurt erzählte mir später, dass der Alarm direkt wieder ausgeschaltet wurde, um Panik zu vermeiden), stand für mich fest, dass die C-Ebene gleich abgeriegelt würde. S-Bahnen würden auf absehbare Zeit auf jeden Fall nicht mehr wie eine Geistererscheinung aus dem rauchgeschwängerten Tunnel erscheinen. Da ich schon einmal den Schienen-Ersatzverkehrs der VGF bewundern durfte (dieser wird, im Gegensatz zu anderen Kommunen von den Frankfurter Taxen übernommen), verließ ich hastig die S-Bahn Station und nahm das letzte verfügbare Taxi in Richtung Hauptbahnhof.
Der Taxifahrer konnte während der Fahrt sein Glück kaum fassen (Schienenersatzverkehr = Umsatz wie an Silvester) und legte eine Fahrweise an den Tag, dass man hätte meinen können, ich wolle nicht zum Hauptbahnhof, sondern direkt in den Kreissaal. Wer weiß, wie viele werdende Mütter er schon durch Frankfurt zur nächsten Entbindungsstation gekarrt hat. Dank des Kurzfluges durch die Rush Hour war ich um 16.50 h an meinem Fahrtziel angelangt um feststellen zu dürfen, dass der ICE 974 dreißig Minuten Verspätung hatte. Macht nichts, der ICE 776 nach Bremen fuhr ja um 17.16 h ab.
Das tat er auch und sogar pünktlich. Warum ich trotzdem mit einer 10-minütigen Verspätung in Kassel-Wilhelmshöhe angekommen bin – dazu mehr im Artikel Lost & Found.


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