01.02.11 Zugunglück in Sachsen-Anhalt: Erste Erkenntnisse zur Ursache
Zur Ursache des Unglücks, bei dem am Samstag Abend 10 Menschen ums Leben kamen und 23 weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden, gibt es erste Erkenntnisse. Aus einem Bericht des Bundesverkehrsministeriums gehe hervor, der Lokführer des Güterzuges habe zwei Haltesignale (Vorsignal und Hauptsignal) missachtet und eventuell auch einen Notruf des Fahrdienstleiters ignoriert, der beide Züge zur Notbremsung aufgefordert haben soll.
Die Bahn hat inzwischen zugesagt, möglichst schnell eingleisige Streckenabschnitte mit dem Sicherungssystem auszurüsten, das am Unglücksort noch nicht installiert war: Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB). Dieses System führt beim Überfahren eines Haltesignals zur Zwangsbremsung des Zuges und hätte den Unfall wahrscheinlich verhindert. Auf der betroffenen Strecke zwischen Halberstadt und Halberstadt, die von der DB Netz AG betrieben wird, haben die Ausbaumaßnahmen bereits begonnen und sollen bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Fünf von sieben Abschnitte seien bereits ausgerüstet worden, sagte ein Manager der Deutschen Bahn am Montag Abend im MDR.
Ich habe das Gefühl, das viele die Deutsche Bahn für das Unglück verantwortlich machen und vorwerfen, Großprojekte wie Prestige-Bahnhöfe oder Schnellfahrtstrecken zu finanzieren und der Ausbau der Regionalstrecken hinten anstehen muss. Aber das PZB-System war für die Strecke nicht vorgeschrieben, weil dort nicht schneller als 100 km/h gefahren werden darf, und die bereits in Angriff genommene Ausrüstung der Strecke spricht dafür, dass der Bahn das Problem bewusst ist. Warum der Lokführer des Güterzuges die Signale nicht beachtet hat, muss noch abschließend ermittelt werden.



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