Von Stephan | Aus der Presse
- Köln: Zug fällt aus (FAZ)
Wiedersprüchliche Informationen stiften Verwirrung
Von Stephan | Chao-S-Bahn
Heute trifft sich der regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, mit dem Vorstandsvorsitzenden der Duetschan Bahn AG, Rüdiger Gruber. Daher mein Lesetipp aus aktuellem Anlass:
Welt online: „S-Bahn-Krise: Eine Chronik des Scheiterns. – Wie der Konzern versucht, sich aus der Misere zu reden.“
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Von Stephan | Erfahrungen
Am Montag abend bin ich zwecks Abschluss meines Studiums von Berlin nach Flensburg gereist. Es war mal wieder eine spannende Tour.
Schon zu Beginn am Berliner Hauptbahnhof die erste Abweichung vom Reiseplan: der ICE 706 beginne wegen einer Störung am Triebfahrzeug gar nicht am Hauptbahnhof, sondern am Bahnhof Gesundbrunnen, wurde uns mitgeteilt. Dorthin gelange man mit einem anderen ICE (der eigentlich nach Westerland fährt), der wenige Minuten verspätet gleich am Nachbargleis einfährt. In Gesundbrunnen klappte der Umstieg in den wartenden ICE nach Hamburg ohne Probleme.
Dieser fuhr scheinbar ganz zügig, von der Störung am Triebfahrzeug spürte man jedenfalls nicht viel. Allein die Ankunft in Hamburg war 20 Minuten später als geplant. Mir machte das aber nichts: aufgrund der schlechten Anschlüsse in Richtung Norden hatte ich nun eben statt planmäßigen 50 Minuten nur noch 30 Minuten Aufenthalt. Ich kam an dem Abend noch pünktlich in Flensburg an.
Die Rückfahrt war dagegen entspannend und fast lustig, wäre es nicht im Grunde traurig. Sowohl von Neumünster nach Hamburg als auch von Hamburg nach Berlin waren im Fahrplan einst ICE-Züge vorgesehen. Doch von Neumünster nach Hamburg werden schon seit langem Ersatz-IC aus der letzten Epoche eingesetzt – mit einer völlig abgenutzten Inneneinrichtung in beige, türkis und Flieder und wenigen funktionierenden WCs.

„Ersatzzug zweiter Klasse“ ist übertrieben.

Oft zu sehen: ein unscheinbarer Aufkleber an der Tür zum WC.
Mein Anschlusszug vom Hamburg nach Berlin wurde dagegen sehr kurzfristig ebenfalls durch einen Ersatzzug ersetzt, einen IC der gleichen Modellreihe. Beim Einsteigen hörte ich im Vorbeigehen das bahnpersonal fluchen, was man ihnen heute für einen Sch*** hingestellt habe. Die Begrüßung hatte dann auch einen leichten, seufzenden Unterton:
„Meine Damen und Herren, willkommen im“ [kurze Pause, eigentlich folgt hier das Wort ICE] „… Zug nach Berlin Südkreuz mit Halt in Berlin Hauptbahnhof. Wir wünschen Ihnen, den Umständen entsprechend, eine angenehme Reise.”
Anhand seines Tonfalls wussten alle, was er meinte, denn eigentlich wollte er sagen: “…in einem sogenannten Zug…”. Hübsch sind die einfach nicht mehr.

„Hier noch ein Hinweis den gastronomischen Service betreffend. Dieser ist heute bei Null. Grund dafür ist: Die Original-Wagengarnitur stand heute leider nicht zur Verfügung. In dieser Wagengarnitur ist sind kein Imbiss und Getränke vorhanden. Wir bitten dies zu entschuldigen, hoffen aber, dass sie wenigstens eine schnelle Fahrt nach Berlin haben werden.“
Er kann ja auch nichts dafür. Pünktlich waren wir.
Von Stephan | Aus der Presse
Auf wiwo.de, dem Portal der Wirtschaftswoche, ist ein lesenswerter Artikel veröffentlicht worden, der die Situation im Fernverkehr der Deutschen Bahn ganz gut zusammenfasst.
„Stundenlange Verspätungen, ausgefallene Züge, überfüllte Waggons: Bahnkunden leiden unter dem Chaos auf den Schienen. Die Deutsche Bahn schiebt die Probleme auf das Wetter. In Wirklichkeit sind sie Folgen einer riskanten Sparpolitik.“ (wiwo.de)
wiwo.de: Riskante Sparpolitik sorgt für Chaos bei der Bahn
Von Stephan | Aus der Presse
Eine Regionalbahn auf dem Weg von Braunschweig nach Salzgitter-Lebenstedt ist heute morgen bei Rüningen mit einem Getreide-LKW kollidiert und entgleist. 16 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Der LKW-Fahrer hatte eine Abkürzung zur Getreidemühle gesucht und war mit seinem LKW auf den Gleisen stecken geblieben. Die Strecke blieb zunächst gesperrt.
NDR: Regionalbahn rast in Lastwagen – 16 Verletzte

Foto: NDR
Von Stephan | Außerplanmäßig
- Freitag, 15.1. nahe Lüneburg: Ein ICE wurde auf dem Weg nach Hamburg von einem Vogel gestoppt, der einen Schaden am Stromabnehmer verursacht hatte.
- Samstag, 16.1.: ICE 881 von Hamburg nach München: ICE gab auf freier Strecke den «Geist» auf
- Montag, 18.1. zwischen Fulda und Kassel: Ein ICE (Hannover-München) bleibt wegen „technischer Störung“ in einem Tunnel liegen und muss abgeschleppt werden, ein weiterer ICE (München-Hamburg) blieb ebenfalls wegen „technischer Störung“ auf der gegenstrecke liegen und wurde evakuiert.
- Außerdem fielen am Montag auf der Strecke Hamburg-Berlin in beiden Richtungen insgesamt sechs (6!) Züge aus. „Wie ein Bahnsprecher mitteilte, gingen die Störungen auf vereiste Züge zurück, die erst enteist werden mussten, bevor sie wieder in den regulären Dienst zurückkehren konnten“, schreibt das Hamburger Abendblatt.
- Dienstag, 19.1.: ICE 793 von Hamburg nach Berlin rammt Hirsch, die Lok wird dabei schwer beschädigt. Strecke gesperrt, drei Züge fielen aus.
Von Stephan | Spar-Wahnsinn

Gestern abend berichtete das ARD-Magazin Kontraste über die Folgen der mangeldenen Wartug von ICE-Zügen. Unter anderem wird behauptet, „dass einige ICE-Züge teils mit defekten und deshalb ausgeschalteten Bremsen über die Schienen rollten“. Mehrere Fälle werden detailiert dargelegt. An einem ICE soll wegen einem Riss in einer Bremsscheibe die Bremsanlage an einem Waggon ausgeschaltet worden sein.
Es wird ein Lokführer interviewt:
„Es ist speziell in den letzten Monaten, in denen sich die Situation zusehens verschärft, der absolute Ausnahmefall, wenn ich einen Zug übernehme, der wirklich komplett störungsfrei ist. Das ist die absolute Ausnahme. In der Regel haben die Züge Mängel.“ (…) „Nicht auszudenken, wenn bei Hochgeschwindigkeit eine solche Bremsscheibe, die ja physischen Belastungen ausgeliefert bleibt, vielleicht komplett reißt oder bricht. Ich möchte dieses Teil nicht verlieren. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Zug aus der Spur gehebelt wird und entgleist.“
Krass. Die Bahn weist (natürlich!) alle Vorwürfe pauschal zurück. Wie immer.
Kontraste: Spart die Bahn spart beim ICE auf Kosten der Sicherheit?
Von Stephan | In eigener Sache
Die automatischen Twitter-Meldungen zu verspäteten Zügen waren in letzter Zeit häufiger ausgefallen. Durch Optimierungen am Server konnte ich die Situation hoffentlich verbessern.
Als Service für alle Bahnfahrenden postet dasBahnblog verspätete Züge direkt in Twitter. So kann man vor der Abfahrt schnell feststellen, ob der gewünschte Zug gerade Verspätung hat und man sich Zeit lassen kann, zum Bahnhof zu kommen. Weitere Infos hierzu gibt es im Artikel „Aktuelle Verspätungsmeldungen auf Twitter“. Folgt @dasbahnblog oder schaut direkt online nach: twitter.com/dasBahnblog
Von Stephan | Die Bahn informiert
Der Winter macht der Bahn auch im Fernverkehr Probleme. Wegen Vereisungen, Schneeverwehungen und Eisregen, so die offizielle Begründung, wird der Verkehr auf den ICE-Strecken Köln-Berlin, Hamburg-München, Bremen-München und nach Brüssel und Amsterdam reduziert. Teilweise kommen nur halb so lange Züge zum Einsatz, für die Reisenden wird es also enger.
Focus online: Weiter Einschränkungen auf wichtigen ICE-Linien
Von Stephan | Aus der Presse
Neues Jahr, altes Leid: Die Berliner S-Bahnen fahren unregelmäßig und mit zu wenig und zu kurzen Zügen. Aufgrund unzureichender Wartung stehen seit etwa einem halben Jahr weniger als dreiviertel der benötigten Züge zur Verfügung, und eine Verbesserung ist noch nicht in Sicht.
Welt online: Berliner S-Bahn macht 250.000 Euro Miese pro Tag
Und die Geduld der Fahrgäste hat langsam ein Ende. Nachdem es am Dienstag vor dem Bahnhof Alexanderplatz zu einer Weichenstörung kam und die Fahrgäste in einer auf offener Strecke wartenden S-Bahn nur unzureichend informiert wurden, stiegen sie nach 40 Minuten aus und liefen zu Fuß zum Bahnhof. Klar, das war gefährlich, immerhin verlaufen neben den Gleisen die Stromschienen (mit 800 Volt Gleichspannung) und ein paar Meter weiter fahren Reginalzüge vorbei. Aber ich habe vollstes Verständnis.
Der Tagesspiegel: S-Bahn-Fahrgäste laufen über die Gleise
Gestern dann ein weiterer Zwischenfall:
Am Nachmittag gegen 16 Uhr musste ein Zug der Linie S 8 (Zeuthen-Hohen Neuendorf) gestoppt werden, weil plötzlich starker Rauch aufstieg.
Die Feuerwehr wurde alarmiert. Die etwa 50 Fahrgäste konnten den Zug (…) unverletzt verlassen.
Wegen des Störfalls musste die S-Bahn den Zugverkehr auf der eingleisigen Strecke zwischen Blankenburg und Schönfließ bis 17.30 Uhr unterbrechen. Laut einem Bahnsprecher hat es in Höhe eines Stromabnehmers am letzen der vier Wagen des Zuges stark gequalmt. Die Ursache dafür sei unklar. Der Zug gehört zur älteren Baureihe BR 480, die wegen einer überdurchschnittlich häufigen Zahl von Bränden auch „Toaster“ genannt wird. (Berliner Morgenpost)
Außerdem wird über weitere Entschädigungen der S-Bahn-Kunden und über eine europaweite Ausschreibung für einen Teil des Berliner S-Bahn-Netzes diskutiert. Die Deutsche Bahn als Mutterkonzern muss jedenfalls mit einem enormen Vertrauensverlust rechnen.
Von Stephan | Außerplanmäßig
Alle Jahre wieder, in der Winterzeit
streckt’s die Bahn hernieder, wenn es einmal schneit.
Weichen und Signale, das ist ganz egal
Bremsen oder Türen, Ärger überall.
Fernzug oder S-Bahn, alles eingefro’rn
Wieder nur Probleme, jedes Jahr von vorn.
(Text: Stephan, zu singen zur Melodie von „Alle Jahre wieder“)
Oh, wir haben ja Winter! Als ob man das bei der Deutschen Bahn nicht hätte ahnen können. Wieder einmal kam der Wetterumschwung offensichtlich zu plötzlich, um sich darauf vorzubereiten. Seit gestern kommt es zu Verzögerungen im Fernverkehr, und natürlich ist auch die Berliner S-Bahn wieder betroffen. Schon im letzten Winter gab es so viele Ausfälle im Nahverkehr, dass die Bahn einen Teil der vom Land Berlin erhaltenen Gelder zurückzahlen musste.
Focus online: Bundesweit Störungen im Bahnverkehr
ddp: Kälte stoppt Pannen-Bahn
Übrigens hat die Bahn, als sie noch die Deutsche Bundesbahn war, mit folgendem Plakat geworben. Vielleicht war ja früher doch alles besser.

Plakatmotiv von 1966
Von Stephan | Aus der Presse
Cool: Schon im September wurde dasBahnblog.de von stern.de als eines von zehn Bahnblogs erwähnt und verlinkt. Habs erst jetzt gemerkt.

Screenshot: dasbahnblog bei Stern.de
Stern.de: Blogschau – Auf Schienen durchs Netz