21.05.09 Auto blockiert die Gleise - RE 21063 muss warten
Rein statistisch bin ich ein Phänomen. Bei gefühlten 50 Prozent meiner Zugfahrten erlebe ich etwas außerplanmäßiges. Wie oft genau, kann ich gerne bei Gelegenheit einmal ausrechnen, vielleicht auf der nächsten Bahnfahrt.
Gestern mal wieder unterwegs in die Bundeshauptstadt fahre ich zunächst im Regionalexpress von Flensburg nach Hamburg. Der nächste Halt in Neumünster ist bereits angekündigt, da bremst der Zug pötzlich (9.18 Uhr) zielich stark ab, auf freier Strecke. Es fühlt sich nicht wie eine Notbremsung an, ich hoffe ein spontan rot zeigendes Signal war der Auslöser. Eventuell hat aber der Lokführer auch selbst rechtzeitig gesehen, dass er halten muss, denn auf dem Bahnübergang steht ein Auto auf den Gleisen.
Ein Auto auf dem Gleis – Polizei und Bahnmitarbeiter beratschlagen. (Sichtbar ist die vordere linke Ecke des Autos)
Das wird uns auch sogleich mitgeteilt. „Wegen eines stehen geblieben Autos auf dem Bahnübergang kann unser Zug nicht weiterfahren.“ Zehn Minuten später die befürchtete Ansage: Die Weiterfahrt verzögert sich um „unbestimmte Zeit“. Um 10:43, also nach 35 Minuten Unterbrechung, fahren wir weiter. Schuld war dieses Auto hier:
Dieser Autofahrer hatte versucht, den gesperrten Übergang auf dem Fußweg zu überqueren
Der Fahrer hatte trotz offensichtlicher Sperrung des Übergangs für den Straßenverkehr versucht, die Gleisen auf dem Fußweg zu überqueren – und war dabei mit seinem Auto stecken geblieben, berichtet mir der Zugbegleiter. Und er sprach von Glück, dass die Lok das Auto nicht gerammt hat. Vermutlich gab es also tatsächlich kein rotes Signal – warum auch, der Bahnübergang war ja dauerhaft gesperrt.
Insofern bin ich froh, das nicht mehr passiert ist, gleichzeitig bin ich sauer auf den Autofahrer. Der RE schaffte es, die Verspätung bis Hamburg auf ca. 24 Minuten zu reduzieren, aber mein ICE nach Berlin konnte natürlich nicht warten und fuhr 4 Minuten vor meinem Eintreffen pünktlich ab.


Genau dasselbe gab’s vor Kurzem in Elsterwerda – da hatte eine Frau ebenfalls die Absperrzäune am Bü umfahren und ist auch in den Gleisen stecken geblieben. Resultat: 120 Bonuspunkte (Min. Verspätung) für alle Reisenden auf der Strecke Chemnitz – Elsterwerda. Solchen Idioten sollte die DB den entstandenen Schaden in voller Höhe in Rechnung stellen.