07.10.09 Eine gute Tat am Tag (Teil 1)
Es war Freitagnachmittag und das bedeutet: Wochenende! Mein Computer teilte mir dieses Highlight bereits heute Morgen um 11.00 Uhr mit und kappte schon mal prophylaktisch die Verbindung zum Büroserver. Er befürchtete wahrscheinlich, dass mir die Tatsache, „Freitag ab Eins macht jeder Seins“ nicht bewusst war und ich wohlmöglich noch den Samstag und Sonntag im Büro verbringen würde (und er somit ebenfalls der Leidtragende wäre. Ach Marvin, du hast es schon schwer mit mir).
Dummerweise stand um 13.00 Uhr noch eine Telefonkonferenz auf dem Programm. Art der Konferenz: eine Computerschulung. Dankeschön! So verfiel ich dann seinem kleinen Bruder (Notebook), drehte dem abtrünnigen Platinengenossen meinen hübschen Rücken zu und verschwand zunächst im Online-Seminar und anschließend in Richtung Heimat.
Wie an einem Freitagnachmittag üblich sind die Züge gen Norden immer recht voll. Einen Sitzplatz ohne Reservierung zu erwischen gleicht dem Spiel „Reise nach Jerusalem“, nur unter sehr verschärften Bedingungen. Die Genfer Konventionen werden hier an manchen Tagen (kurz vor Weihnachten, Gründonnerstag) bewusst ignoriert, Kollateralschäden bereits die Reisebilanz mit einkalkuliert. Mein Pendler-Betriebsergebnis umfasst z.B.:
- schmerzende große Zehen (ich habe das Spiel „Fußtreten“ schon in der Grundschule gehasst)
- Kaffeeflecken auf der Oberbekleidung, bei guten Reflexen nur auf den Schuhen (selbst schuld, was muss ich mir auch noch kurz vor der Abfahrt einen Kaffee bei Ditsch holen)
- Laufmaschen, verursacht durch auf Rollen applizierte Ikea-Kleiderschränke. Kommt bei den Herren eher recht selten vor. Nicht die Kleiderschränke, sondern die Laufmaschen. Obwohl, wenn mal wieder die BePo mit im Zug fährt, kann auch schon mal ein Kleiderschrank vorkommen. Ob der allerdings auf Rollen ist und Laufmaschen verursacht…
Entschuldigung, ich war gerade mit meinen Gedanken woanders. Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja – diesmal hatte ich ein nahezu unverschämtes Glück. Ich fand in einem Abteil einen freien Gang-Sitzplatz. Aber: Wie geronnen, so zerronnen.


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